Lucy in the Sky

Diamanten fand ich in dieser Nacht nicht, wohl aber prasselten Dutzende leuchtender Penisse auf einen blauen Asphalt, der strahlender nicht sein konnte. Die Sonne schmolz ein Loch in den glänzenden Boden und zog mich hinab in einen weißen Raum, der sich weitete und dehnte, bis glitzernde Tautropfen aus seinen Membranen tropften. Abgefahren? Nun, die Nähe zu Marmeladenhimmeln lässt sich nicht leugnen und doch ist das Bild so real wie die Kaffeetasse, die auf meinem kupfernen Beistelltischchen steht. Mit dem Gedanken an den nächsten Termin in den Schlaf zu sinken und feucht und warm aus einer phallischen Traumwelt zu erwachen, ist erquickend. Wirklichkeit und Traum ineinander gleiten zu lassen bedeutet Loslösung, Doppelung der Lust in einer fremden Welt. Um diesen Rausch zu genießen, muss ich weder in Kaleidoskop-Augen blicken noch halluzinogene Substanzen auf meiner Zunge zergehen lassen. Langsam, genüsslich steuere ich auf den Höhepunkt zu, beherrsche mich, unterdrücke, beschleunige, zögere, bis sich eine weiße Schlucht auftut und ich ins nächste Bild falle, in glasklares, saphirblaues Wasser, das mich kühl umschmeichelt und in Myriaden von blauen Diamanten zersplittert.

Sand und Feuer

Nun, sind sie also doch da die Diamanten, a girl’s best friend! Erfreulich ist doch, dass ich keinen begüterten Lover brauche, der mir dieses Pläsir beschafft, sondern exquisiten Sex, erfahrene Hände und vielleicht ein paar Spielzeuge, die meine Lust auf Glas befriedigen. Glas, zerbrechlich und hart zugleich, kühl und heiß, ebenmäßig, makellos, perfekt. Gefangen sein in einer gläsernen Hülle, sich selbst in eine kühle Skulptur aus Sand und Feuer zu verwandeln, ausgefüllt sein mit einem Schwanz, der mit diamantener Präzision in mich eindringt und meine Hitze absorbiert. Ein Glasdildo! Das ist es!

Icicles im Märchenwald der Begierde

Auf der Suche nach dem Objekt meiner Begierde streife ich durch einen Wald an Wunderobjekten, die mich allein bei ihrem Anblick nahe an den weißen Abgrund bringen. Zwillinge, Teufelszungen, Rosenstöcke gibt es in diesem Märchenwald, Drachen, Delphine und blaue Killer säumen meinen Weg. Mir steht der Sinn jedoch nach Klarheit, ein glatter Schaft, eine bläuliche Ader, ein Alabasterschwanz in meinem Lieblingsmaterial! Bei Erdbeermund werde ich fündig. Ein Prachtexemplar aus kristallklarem Glas, mit einer gewölbten, leicht spitz zulaufenden ovalen Eichel. Um den Schaft schlängelt sich eine kobaltblaue Ader, die mich freudig erregt an präorgasmische Schwellungen denken lässt. Die Marke Icicles, die bereits das Bild an einen gefährlich spitzen Eiszapfen heraufbeschwört, beschränkt sich bei der Namengebung auf das Wesentliche: No 5. Wer schert sich um No 3! Ist die 4 vielleicht doch einen Versuch wert? No 5 erfüllt seine Funktion jedenfalls perfekt. Die wohlgeformte Eichel drängt sich an meinen beim unerwartet kühlen Kontakt bereits feuchten Eingang, gefolgt von der blauen Spirale, die ich massiere und umschlinge, bis sie nur noch wenige Zentimeter (für Zahlenliebhaber: 19 Zentimeter Länge, 3, 5 Zentimeter Durchmesser) aus mir herausragt. Eine Drehung, der Gedanke an explodierende Glasfacetten (keine Sorge, der Dildo ist natürlich bruchfest) und schon bin ich in der weißen Schlucht, die beim nächsten Mal vielleicht doch eine Teufelszunge auslecken wird.

Get the Look: Icicles No. 5

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