No Love, No Nothing

Wohl wahr! Wenn Marlene Dietrich „No Love, no nothing“ ins Mikrofon haucht, klingt das eher wie eine schmachtende Klage als ein Keuschheitsmanifest. Wider Willen verzichtet sie auf Sinnesfreuden, fühlt sich leer wie eine Honigwabe (ein herrliches Bild, das nach rosa Schleckmuscheln und Götternektar schmeckt). Der Geliebte schweift durch die Lande, während sie dürstend und darbend auf seine Rückkunft wartet. Nein, es wird keine anderen Jungs geben, um dieses Vakuum zu füllen! Solange er in der Ferne weilt, gilt Abstinenz. Bei Marlene fragt man sich jedoch, ob es sich nicht doch nur um ein reines Lippenbekenntnis handelt. Vielleicht wartet ja bereits ein anderer Liebhaber auf Einlass oder Madame geht einer ganz besonderen Tagesbeschäftigung nach? Alles möglich und doch ein wenig zu konventionell und langweilig für meinen Geschmack.

 

Das Spiel mit dem Verzicht

 

Mir gefällt der Gedanke viel besser, dass Marlene vor Lust vergeht, während sie sich in Verzicht übt. Damit will ich natürlich nicht ins selbe Horn blasen wie WaitingTillMarriage.org oder gar einen Jungfräulichkeitsschwur ablegen (sorry! Toooo late). Nein, ich plädiere für Keuschheits-Sessions, die in meinem Falle freilich nicht allzu lange dauern und anständig belohnt werden müssen. Genussfeindlichkeit ist schließlich nicht mein Genre! Dem Spiel mit dem Verzicht kann ich jedoch durchaus einen Reiz abgewinnen.

Gänsehaut lässt mich erschaudern, wenn ich an einen Schulausflug zu den Nürnberger Lochgefängnissen denke. In der Folterkammer gab es Handeisen, die man beidseitig zudrehen konnte, um den Opfern die Finger zu brechen. „Wer möchte seine Finger in die Daumenschraube legen?“, fragte die Führerin und blickte uns durchdringend an. Die gesamte Klasse zuckte zusammen und drängte sich wie eine Herde verschreckter Lämmer dicht aneinander. Zaghaft hob ich den Finger. Der Blick der Führerin schweifte über die verängstigten Schäfchen und schon lagen meine Daumen in einer Zwinge, deren Backen durch ein Gewinde miteinander verbunden waren. Eine hochnotpeinliche Befragung über heimliche Naschereien und sündige Gedanken fand statt, die ich als brave Katholikin natürlich mit Bravour bestand. Mit Vergnügen bewegte ich mich fortan durch modrige Verließe, die mich mit immer neuen Folterinstrumenten überraschten.

Sextoy Keuschheitsgürtel

Besonders beeindruckt war ich – wie nicht anders zu erwarten – von den Keuschheitsgürteln aus Eisen und Leder. Mythen rankten sich um deren Gebrauch. Kreuzritter wollten während ihrer göttlichen Mission das holde Weib vor Unzucht schützen. Was für ein Bullshit! Vermutlich handelt es sich um eine Story aus der wollüstigen Barockzeit, die dazu diente, das finstere Mittelalter noch dunkler erscheinen zu lassen. Gleichzeitig war es natürlich unheimlich erregend, sich Geschichten über erzwungene Enthaltsamkeit auszudenken. Also lassen wir es einmal dahingestellt, ob die Keuschheitsgürtel eine Erfindung des Barock, Konstruktionen aus dem spießbürgerlichen 19. Jahrhundert waren oder eine Ausgeburt des mittelalterlichen Folter- R & D-Departments. Mich interessiert lediglich, wie der Keuschheitsgürtel zum Zwecke der Luststeigerung eingesetzt werden kann. Bevor man sich jedoch metallischen Restraints zuwendet, sollte erst einmal ein bisschen trainiert werden.

Fixomull Stretch – kinky, kreativ, klinisch

Empfehlenswert sind – mmmh! Allein der Gedanke daran lässt süßen Schleim aus meinen Drüsen quellen – Fixomull Stretch. Jawoll! Polyestervlies! Das geschmeidige Material ist eine einzige Liebkosung. Die Halbtransparenz verschleiert und offenbart zugleich. Polyestervlies und Polyacrylatkleber – das klingt kinky und steril zugleich. Die selbsthaftenden Streifen sind zudem auch für ungeübte Finger geeignet. Ein bisschen Präparation gehört freilich dazu. Beide Öffnungen mit Dildo und Plug verschließen und dann flugs ein Stretch-Pflaster darauf kleben und schon gibt’s keinen Zugang mehr. Wenn die vorwitzige Zunge ebenfalls nicht mehr aus ihrer Höhle kriechen kann, ist das Werk vollbracht. Der neuzeitliche Kreuzritter kann seinen Beschäftigungen nachgehen, während sich das Burgfräulein unruhig auf dem Sofa hin und her wälzt. Dem Verbot der Selbstbefriedigung ist natürlich strikt Folge zu leisten. Uhhh, es ist ein köstliches Gefühl, wenn die Finger über die Gaze wandern und die Klitoris am Verband reibt und schließlich ein pochender Orgasmus durch das feine Gewebe dröhnt.

Werde ich jetzt bestraft?

Mal schauen, wenn du schön brav bist!

Fortsetzung folgt!

Der Keuschheitsgürtel aus Metall liegt schon bereit.

Get the Look: Fixomull

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