Row with the Flow

Schnurrend auf weißen Satinlaken liegen und eine Hand, die mir Macarons von Ladurée an den Mund führt – das ist meine Vorstellung von angemessener körperlicher Ertüchtigung! Wie lustfeindlich und unpragmatisch muss man eigentlich sein, wenn man zwanzig Minuten Treppensteigen einer gepflegten Partie de „pieds-en-l’air“ vorzieht? Ich räkle mich lieber wohlig und warte, bis sich mein Geliebter für die nächste Runde bereit fühlt.

Wenn mich dann doch einmal das schlechte Gewissen packt, weil ich allzu gerne ein kategorisches „No sports“ ausstoße, lasse ich mich gerne zu speziellen, von meinem persönlichen Trainer erdachten Turnübungen verführen.

Latex und WaterRower!

Selbstverständlich darf ein stilvolles Outfit dabei nicht fehlen. Es muss den Körper perfekt formen, sodass jede Bewegung und das dadurch bewirkte Muskelspiel genauestens vom Trainer beobachtet werden können. Zugleich muss es mir selbst Vergnügen bereiten, mich für die sportlichen Aktivitäten zu präparieren. Vom Sportgerät selbst verlange ich eine ansprechende Ästhetik – das ist die Grundvoraussetzung – und die Fähigkeit, alle Muskelpartien zu beanspruchen. Mein Körper soll schließlich gleichmäßig wohlgeformt werden. Zählt man eins und eins zusammen, gibt es für diese Herausforderung nur eine Lösung, meint mein Personal Trainer und begutachtet noch ein letztes Mal Festigkeit und Struktur meiner Pobacken: „Latex und WaterRower!“ Er kommandiert mich in den Umkleideraum und befiehlt mir, mein neues Très Bonjour-Set anzuziehen. Die Berliner Firma unterscheidet sich von den zahllosen Cheap-Cheap-Latex-Anbietern durch ausgesprochen hochwertiges Material und exquisite Schnitte. Mein Graphic-BH ist aus schwarzem und nudefarbenem Latex, ein Materialmix aus glänzendem und mattem Latex, graphisch und doch sinnlich-feminin zugleich. Oh, und das feine goldene Ringlein, das die beiden schmalen über das Dekolleté führenden Bänder ziert, eröffnet ja noch ganz andere Nutzungsmöglichkeiten!

Der Widerspenstigen Zähmung

Wie leicht könnte man dort eine kleine Zugleine anbringen, die widerspenstige Trainees zu mehr Disziplin anhalten würde! Vorsichtig streife ich mir das taillenhohe Höschen über und ziehe meine Sneakers an. Appell! Kritisch inspiziert der Trainer meine Haltung, biegt meine Schultern nach hinten und prüft, ob das Höschen auch wirklich keine Feuchtigkeit durchlässt. Ich nehme auf dem WaterRower Platz und will zu rudern beginnen. Der Trainer fordert mich jedoch streng zu einer korrekten Haltung auf und verschließt zur besseren Konzentration meine Gehörgänge mit Bauarbeiter-Ohrstöpseln. Immer noch unzufrieden mit meiner Zerstreutheit, legt er mir eine mattschwarze Latexmaske über die Augen. Endlich fokussiere ich mich voll und ganz auf das Gleichmaß meiner Bewegungen. Vor! Zurück! Vor! Zurück!

Die Hand des Trainers wandert über meinen Körper, tastet, prüft, kontrolliert, treibt an, beschleunigt den Rhythmus, der sich schließlich in ein köstlich pochendes Fließen verwandelt.

Resultat: Kalorienverbrauch 60-100 Genuss inklusive!

Die nächste Trainingseinheit kann ich kaum erwarten!

Get the Look: Très Bonjour

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